Die Geschichte der Baugenossenschaft
Bauarbeiten bei der ersten Bauetappe
Unsere Baugenossenschaft Im Gut wurde am 5. November 1946 durch die Herren Walter Böckli, Heinrich Hofmann und Walter Widmeier gegründet.
Der Vorstand setzte sich damals wie folgt zusammen:
Walter Böckli (Präsident)
Heinrich Hofmann (Vizepräsident)
Walter Widmeier (Aktuar)
Johann Honegger (Kassier, in späteren Protokollen Max Honegger)
Hans Kläusli (Beisitzer).
Bereits am 9. November trat der Vorstand zusammen, um mit einem Architekten die Zukunft der Genossenschaft weiter zu planen und nach Bauland Ausschau zu halten.
Der Eintrag in das Handelsregister des Kantons Zürich erfolgte am 20.12.1946. Dazu sei ein Auszug aus dem Handelsregistereintrag zitiert:
«Zweck der Genossenschaft ist, ihren Mitgliedern preiswerte und gesunde Wohnungen zu beschaffen.»
Sehr rasch wurden nach der Publikation im Amtsblatt, die erforderlichen Landkäufe in die Wege geleitet. Selbstverständlich haben die Gründer schon längere Zeit vor der eigentlichen Gründung der Baugenossenschaft, Baugrund in der Nähe der heutigen Gutstrasse ins Auge gefasst. Dies auch im Wissen, dass das Gut-Schulhaus gebaut wird.
Die Küche der Familie Adda im Hochhaus in den fünfziger Jahren Bereits im Januar 1947 konnte ein kleines Grundstück von 3616m2 von einem Herrn Fritz Gut, Gemüsegärtner, gekauft werden.
Weitere, manchmal schwierige, Verhandlungen über Baugrund wurden geführt.
Auch damals wurden Makler aktiv, die bei diesem grossen Landbedarf Geschäfte witterten.
Die durchschnittlichen Kosten (für den Baugrund der 1. Etappe betrugen bei Baubeginn (Februar 1949) ca. Fr. 27.- pro m2, inklusive der Strassenbaubeiträge und aufgelaufenen Zinsen. Dieser Preis wurde damals als günstig betrachtet.
Die Planung für eine Gesamtüberbauung längs der Gutstrasse wurden von den Architekten K. Egender und W. Müller bis Ende 1947 mit Plänen und Kostenvoranschlägen, baureif geplant. Leider konnte noch nicht mit dem Bau begonnen werden, da Änderungen bei den Subventionsvorschriften eine Projektanpassung bedingten, was leider den Baubeginn um einige Monate verzögerte und zu unnötigen Zinskosten führte.
Aber gemeinsam mit den Behörden, die den genossenschaftlichen Wohnungsbau förderten, wurden alle Hürden genommen. Die Subventionszusage und die Baufreigabe erfolgten am 3. Februar 1949. Damit konnte 27 Monate nach der Gründung der Baugenossenschaft mit dem Bau der 1. Etappe von 131 Wohnungen begonnen werden. Da fragt es sich, ob dieses Tempo heute noch möglich wäre. Mit den Bauarbeiten wurde, dank mildem Wetter, bereits mitte Februar 1949 begonnen. Die Aufrichtfeier fand, mit Besichtigung der Bauten und anschliessender Feier im Albisriederhaus, am 5. Juli 1949 statt. Den Polieren wurde ein Trinkgeld in «üblicher Höhe» überreicht.
Und wieder kurze Zeit später, 6½ Monate nach Baubeginn, auf den 1. September 1949 waren die ersten Wohnungen bezugsbereit. Der Mietpreis für eine 4½ -Zimmerwohnung betrug damals Fr. 160.- pro Monat.
Versenkung der Öltanks Eigentlich ist diese Planungs- und Ausführungsleistung auch heute noch einen grossen Applaus wert.
Wer nun denkt mit dem Bau der 1. Etappe habe man sich vorerst zufrieden zurückgelehnt, der liegt völlig falsch. Denn bereits am 13. September 1949, wurde mit der «Gartenbaugenossenschaft Uto» einen Landhandel getätigt von ca. 16'000 m2 «Gemüseland» am Höfliweg und oberen Saumgraben. Zu einem Superpreis von Fr. 18.-/m2, aber mit einigen Auflagen.
Die 1. Ordentliche Generalversammlung wurde im August 1950 durchgeführt.
Die ausgewiesenen, respektablen Aktiven für das Geschäftsjahr 1949, betrugen Fr. 3'743'318.-. Zum Vergleich: 1995 betrugen sie Fr. 41'782'810.-. Der Vorstand orientierte die Genossenschafter, das nach dem Bau der 2. Etappe, mit der bereits Februar 1950 begonnen wurde, unverzüglich die 3. Etappe in Angriff genommen würde. Puh, dieses Tempo! Oder gab es damals noch weniger Baugesetze?
Die Personen, die so auf Tempo machten, sind im Jahresbericht 1950 unter Organe der Genossenschaft auf Seite 7 erwähnt. Einige werden sich sicher noch an sie erinnern.
Dies war ein kurzer, unvollständiger Blick zurück in die Vergangenheit. Wie uns diese ersten Jahre zeigen, konnten damals, ohne grosses Wenn und Aber, in kurzer Zeit für viele Wohnungssuchende, die damals in der Wirtschaftsmetropole Zürich leben wollten, gute Wohnungen in einer angenehmen und verkehrsgünstigen Lage, zu vernünftigen Preisen geschaffen werden. Dies alles war nur möglich, indem der Vorstand, die Behörden und Genossenschafter das Ziel kannten, und in gemeinsamer Arbeit diese grosse Aufgabe bewältigten. Nun liegt es an uns allen, die das Glück haben hier zu wohnen, das Erreichte zu erhalten und für kommende Generationen anzupassen.